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Fieber bei Tumoren

Krebserkrankungen verursachen mitunter Fieber. Am bekanntesten dafür sind Tumoren des Lymphsystems (Lymphome)
von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 07.09.2017

Fieber: Genau prüfen und hinterfragen, was die Ursache sein kann

Banana Stock/RYF

Manche Tumoren erzeugen verschiedene "Pyrogene", die den Sollwert der Körpertemperatur im Wärmeregulationszentrum des Gehirns verstellen (siehe auch Kapitel "Fieber – Überblick: Was das Symptom bedeutet"). Dann kommt es zu Fieber. Dieses kann zudem anzeigen, dass der Körper sich gegen den Tumor wehrt.

Am häufigsten verursachen Tumoren des Lymphsystems Fieber, insbesondere sogenannte Hodgkin-Lymphome, Non-Hodgkin-Lymphome und akute Leukämien. Oft wird das Fieber hier von Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Schwächegefühl begleitet. Mitunter bringen Ärzte ein unklares Fieber mit Nierenkrebs, Krebs der Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase oder auch mit Darmkrebs in Verbindung.

Chemotherapie: Manchmal tritt in der Folge Fieber auf

W&B/Fotolia

Allerdings lässt ein Fieber sich nicht immer zweifelsfrei der Tumorerkrankung selbst zuordnen, besonders während einer Chemotherapie. Mitunter kommt es als Nebenwirkung nämlich zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie). Die Blutzellen sind für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Ist die Neutropenie ausgeprägt, entwickelt sich leicht ein "neutropenisches Fieber"(siehe Kapitel "Fieber durch Infektionen"). Andererseits kann es auch ein Arzneimittelfieber sein (siehe entsprechendes Kapitel).

Auch weitere mögliche Ursachen – von der Kollagenose bis zur Vaskulitis (darüber informieren die jeweiligen Kapitel) – im Zusammenhang mit einem Tumorleiden sind als Fieberursachen auszuschließen. Dabei kommen dem Arzt meist die Krankengeschichte, die körperlichen Befunde, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren zu Hilfe.

Wichtig ist stets auch eine ausreichende Trinkmenge, um Flüssigkeitsverluste, etwa auch durch zwischenzeitlich auftretende Durchfälle, auszugleichen. Diese können ebenfalls eine Nebenwirkung der Chemotherapie sein.

Ansonsten wird der Arzt eine weitere Behandlung mit anderen Antibiotika vorschlagen und die Fahndung nach der Ursache fortsetzen.

Über sogenannte neuroendokrine Tumoren (NET) lesen Sie mehr im Kapitel "Hormone & Co".




Bildnachweis: W&B/Fotolia, Banana Stock/RYF
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